Wer darf studieren?

Auswirkungen eines sozial selektiven Systems
Wer in Österreich ein Hochschulstudium beginnt entscheidet zu einem guten Teil die soziale Herkunft. Kinder aus formal bildungsnahen und wohlhabenden Schichten 2,4 Mal wahrscheinlicher ein Studium, als von bildungsfernen. 

Sie beginnen auch früher zu studieren, genießen dadurch öfter den Vorteil, finanziell noch nicht auf eigenen Beinen stehen zu müssen und können auch länger Beihilfen beziehen. 

Eine große Hürde stellen, statistisch bewiesen, neben finanziellen Aspekten auch Zugangsbeschränkungen dar. Der Anteil an Studierenden, die Akademiker*innen als Eltern haben, stieg nach der Einführung von Zugangsbeschränkungen in der Humanmedizin 2006, drastisch von ca. 35 % auf fast 60 %. 

Ein weiterer bestimmender Faktor ist die frühe Selektion im Schulsystem. Kinder, die mit zehn Jahren der Aufstieg ins Gymnasium verwehrt wird, wechseln später nur selten den Schultyp. Als Resultat: Die Akademiker*innenquote in Österreich ist eine der geringsten der gesamten OECD. 

Quellen: Bildung auf einen Blick 2018, OECD
Studierendensozialerhebung, IHS
Zugangsbeschränkungen und Chancen(un)gleichheit im
Österreichischen Hochschulsystem, AK

Zahlen & Fakten

Ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass ein Kind aus einer formal bildungsnahen, und wohlhabenden Schicht ein Studium beginnt.

Nur sieben Prozent der Kinder, deren Eltern einen Pflichtschulabschluss als höchsten formalen Bildungsgrad besitzen, schließen selbst ein Hochschulstudium ab.

Dem Gegenüber steht der Anteil der Akademiker*innenkinder, die ein Studium abschließen bei 57 Prozent. Acht Mal wahrscheinlicher.

Nur 18 Prozent der Menschen in Österreich besitzen einen Hochschulabschluss.

Der OECD Schnitt liegt bei 31 Prozent, der EU Schnitt bei 30 Prozent.

Außerdem wird mit der UG-Novelle 2021 eine Mindeststudienleistung von 24 ECTS in den ersten zwei Jahren eingeführt.